Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A.

Anfang der 1980er Jahre galten die Mohrenköpfle, wie die Schwäbisch-Hällischen ihrer charakteristischen Färbung wegen liebevoll genannt werden, als ausgestorben. Hohenloher Bauern wie Rudolf Bühler ist es zu verdanken, dass erstmals eine verloren geglaubte, traditionsreiche Landrasse wieder belebt werden konnte – ein auch international viel beachtetes Projekt.

Rund 1500 Landwirte haben sich zur Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall zusammengeschlossen. Sie züchten und mästen reinrassige Schwäbisch-Hällische Landschweine und veredelte Kreuzungen. Das Herdbuch der alten Landrasse ist auf heute 350 Zuchtsauen angewachsen, 3500 Muttersauen werfen jährlich 70 000 Ferkel. Zucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung im eigenen Schlachthof sowie Vertrieb erfolgen durch die Erzeugergemeinschaft.

Schwein mit Geschichte

Um das Jahr 1820/21 erreichten auf Anweisung von König Wilhelm I. von Württemberg, dem „Landwirt auf dem Königsthron“, chinesische Maskenschweine aus England die königlichen Domänen im Stuttgarter Umland. „Zur Hebung der Schweinezucht“ wurden sie mit den heimischen Schlägen gekreuzt.

Am besten verbreiteten sich die fruchtbaren, darum Schwäbisch-Hällische genannten Tiere rund um Schwäbisch Hall. 1844 war im Landwirtschaftlichen Correspondenzblatt zu lesen: „Das Hällische Land ist das Land der Schweine, denn nirgends versteht man sich auf Schweinemast und Schweinezucht so gut wie im Hällischen.“ Der Siegeszug der Landrasse begann. Ende der 1950er Jahre aber verdrängten magere Fleischrassen die robusten und zu Fettansatz neigenden Schwäbisch-Hällischen.

Die Rettung erfolgte in letzter Sekunde. 1986 gründeten Hohenloher Bauern mit sieben verbliebenen Sauen die Züchtervereinigung Schwäbisch-Hällisches Schwein und verhalfen der Rasse zu neuer Blüte. Das Schwäbisch-Hällische Schwein ist die älteste Schweinerasse Deutschlands.

Wir lassen die Sau raus...

Schwäbisch-Hällische Landschweine leben artgerecht in hellen, luftigen Ställen. Wo möglich, haben die Tiere Auslauf ins Freie. Die Schweine werden in großen Boxen in Gruppen gehalten. Stroheinstreu kommt dem natürlichen Erkundungstrieb sowie dem Wohlbefinden der Tiere zugute.

Während der Mast bekommen Schwäbisch-Hällische Getreide vom eigenen Hof oder von anderen regionalen Betrieben mit vitaminiertem Futterkalk und Erbsenoder Bohnenschrot. Gentechnik, Wachstumsförderer und Antibiotika sind verboten. Bei Erkrankungen werden bevorzugt Naturheilverfahren eingesetzt.

Die robuste Landrasse ist auch für die Freilandhaltung bestens geeignet. Von Frühjahr bis in den Herbst hinein leben die Weideschweine auf großen Flächen im Hohenloher Land. Sie fressen Gras, Wurzeln und Früchte, zusätzlich bekommen sie Gerste, Weizen, Bohnenschrot als Eiweißergänzung sowie getrocknete Eicheln zu fressen. Das gute Futter und das wilde Leben bekommt den Weideschweinen: Ihr Fleisch hat einen ganz besonderen Geschmack.

Direkt vom Bauern

Schwäbisch-Hällische heißen nicht nur so, die Schweine stammen auch aus der Ursprungsregion rund um Schwäbisch Hall. Alle Landwirte, die Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. (EU-geschützte geografische Angabe) erzeugen, sind in diesem Landkreis sowie in den fünf angrenzenden Kreisen - Hohenlohe, Main-Tauber, Rems-Murr, Ansbach und Ostalb - beheimatet.

Regionalität gilt auch für das Futter der Schweine. Schwäbisch-Hällische bekommen während der Mast nur Getreide vom eigenen Hof oder von anderen regionalen Betrieben. Dazu kommen vitaminierter Futterkalt und Eiweißergänzung aus Erbsen- und Bohnenschrot. Die Mitgliedsbetriebe beziehen ausschließlich gentechnisch unverändertes Soja aus heimischem Anbau.

Das EU-Siegel „geschützte geografische Angabe“ garantiert die regionale Herkunft von Schwäbisch-Hällischem Qualitätsschweinefleisch.

Hohenloher Bauern haben Zukunft

Die traditionelle Erzeugung von Schwäbisch-Hällischem Qualitätsschweinefleisch g.g.A. prägt die bäuerliche Landwirtschaft in der Region Hohenlohe. Sie sichert den Bauern und ihren Familien ein auskömmliches Einkommen.

Die Mitgliedschaft zu der starken Gemeinschaft bietet Hofnachfolgern eine Perspektive für die Zukunft. Auch kleinbäuerliche Betrieben, die im Nebenerwerb wirtschaften, können bestehen.

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft garantiert ihren Mitgliedern die Abnahme ihrer Schweine zu Preisen, die weit über den handelsüblichen liegen. Alle Schwäbisch-Hällischen Schweine werden im Schlachthof der Erzeugergemeinschaft in Schwäbisch Hall geschlachtet. Ihr Fleisch sowie die Wurst- und Schinkenspezialitäten werden von der Erzeugergemeinschaft selbst direkt vermarktet. Verbraucher, die sich für Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch entscheiden, sichern damit auch die Existenz der Hohenloher Bauern.

Der Saft bleibt drin

Eine der ältesten Nachrichten über das Hällische Schwein stammt aus dem Jahr 1730. Schon damals rühmte Johann Friedrich Mayer, zu dieser Zeit Pfarrer in Kupferzell (Kreis Schwäbisch Hall) und später als „Gipsapostel“ weithin bekannt, neben Fettreichtum, Größe, Widerstandsfähigkeit und Fruchtbarkeit die Zartheit des Fleischs der „Hällischen Schweine“.

Der besonderen Fleischqualität verdanken die Schwäbisch-Hällischen auch ihre Erfolgsgeschichte in jüngerer Zeit. Neben der genetischen Veranlagung der alten Landrasse tragen dazu die artgerechte Haltung sowie das gute Futter aus der Region bei.

Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. zeichnet sich durch sein besonderes Aroma und seinen nussigen Geschmack aus. Die feine Marmorierung macht Kotelett, Schnitzel & Co. saftig und zart. Dank der festen Speckauflage eignet sich das Fleisch auch hervorragend für Braten.

Das EU-Siegel garantiert Verbrauchern die besondere Fleischqualität der Schwäbisch-Hällischen Schweine.

Original mit Tradition

Das Schwäbisch-Hällische Schwein hat als echtes Original eine lange Tradition und einen engen Bezug zu seiner Heimat. Das blau-gelbe EU-Siegel „geschützte geografische Angabe“ bewahrt die Erzeuger vor Nachahmern und hilft Verbrauchern, die regionale Spezialität im Handel zu erkennen.

Ausschließlich Fleisch, das im festgelegten Gebiet und nach fest geschriebenen Traditionen erzeugt wird, darf als Schwäbisch-Hällisches Qualitätsfleisch g.g.A. vermarktet werden. Die strengen Erzeugerrichtlinien legen fest, welche Anforderungen an Rasse, Herkunft, Qualität und Fütterung gestellt werden.

Jeder Mitgliedsbetrieb sowie Schlachtung und Verarbeitung werden regelmäßig überprüft - auch durch neutrale Stellen. Verbraucher können sich auf die Kontrollen bei EU-ausgezeichneten Lebensmitteln verlassen. Schwäbisch-Hällisches Qualitätsfleisch g.g.A. stammt direkt von Hohenloher Bauern, ohne Zwischenhandel.

 

Vom Rüssel bis zum Schwänzle

Das ganze Tier verwerten - das gebietet der Respekt vor dem Lebewesen. Alle Schweine, deren Fleisch als Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. in den Handel kommt, werden im Erzeugerschlachthof der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall tierschutzgerecht geschlachtet.

Nach den Kontrollen beginnt die Grob- und Feinzerlegung. Neben den klassischen Teilstücken wie Filet, Schnitzel und Kotelett wird hier auch Wert gelegt auf besondere Zuschnitte sogenannter unedler Teile. Die Zerleger im Erzeugerschlachthof besitzen das Knowhow für diese nun wieder in Mode kommenden Schnitte. Denn Echt Hällisches Kronfleisch, Kachelfleisch oder Secreto spielen im gehobenen Metzgerhandwerk eine immer größere Rolle.

In der nahe gelegenen Wurstmanufaktur werden schlachtwarmes Schweinefleisch, Fettbacke und Maske, Herz und Nieren verwurstet - wie es früher beim Hausschlachten der Hohenloher Hausmetzger gang und gäbe war. Verfeinert mit ökologischen Naturgewürzen aus Partnerschaftsprojekten mit Kleinbauern in Indien und Afrika.

Schwäbisch-Hällische Schweine im Video

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